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odna

Johann Wolfgang von Goethe

Happiness And Vision

TOGETHER at the altar we
In vision oft were seen by thee,

Thyself as bride, as bridegroom I.
Oft from thy mouth full many a kiss
In an unguarded hour of bliss

I then would steal, while none were by.

The purest rapture we then knew,
The joy those happy hours gave too,

When tasted, fled, as time fleets on.
What now avails my joy to me?
Like dreams the warmest kisses flee,

Like kisses, soon all joys are gone.



PS Дорогие друзья, мы как-то слишком надолго приумолкли. На удивление, наши ряды за это время только выросли. Надеюсь, мы ещё сможем оживить это сообщество, и те, кто стали его читателями, станут и его участниками.

PPS Нет ли у кого-нибудь оригинала и\или русского перевода?

PS Dear friends, we were silent for too long a time now and in the meanwhile our number quite surprisingly multiplied. I hope we'll put some new life into this community and those who are readers become participants.

PPS In case somebody has the original text and\or the Russian translatoion, it'll be very welcome.
odna

Johann Wolfgang von Goethe Иоганн Вольфганг Гете

Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!
Es war getan, fast eh´ gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
und an den Bergen hing die Nacht;
schon stand im Nebelkleid die Eiche,
ein aufgetürmter Riese, da,
wo Finsternis aus dem Gesträuche
mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
die Winde schwangen leise Flügel,
umsausten schauerlich mein Ohr;
die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
floß von dem süßen Blick auf mich:
Ganz war mein Herz an deine Seite
Und jede Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
umgab das liebliche Gesicht,
und Zärtlichkeit für mich- ihr Götter!
Ich hofft´es, ich verdient´es nicht!

Doch ah, schon mit dem Morgensonne
verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welche Schmerz!
Ich ging, du standst sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

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